Erzsébetváros / Elisabethstadt
Der 7. Bezirk Budapests, Erzsébetváros, liegt östlich des Stadtzentrums und zählt zu den vielseitigsten Vierteln der Stadt. Sein Name bedeutet „Elisabethstadt“ und erinnert an Kaiserin Elisabeth, besser bekannt als Sisi. Der Bezirk verbindet eine bewegte Geschichte mit lebendigem Stadtleben – von stillen Innenhöfen und historischen Fassaden bis zu belebten Straßen voller Cafés, Restaurants und Bars.
Besonders prägend ist das jüdische Viertel, das sich im inneren Teil von Erzsébetváros befindet. Hier steht die Große Synagoge in der Dohány utca, die größte Synagoge Europas. In der Umgebung erinnern weitere Synagogen, Gedenkstätten und historische Gebäude an das jüdische Leben in Budapest und an die tragischen Ereignisse des Holocaust. Ein Spaziergang durch das Viertel bietet deshalb nicht nur schöne Eindrücke, sondern auch Gelegenheit, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen.
Erzsébetváros ist außerdem für seine Ruinenbars bekannt. Diese Bars entstanden in alten, teils verfallenen Gebäuden und Innenhöfen, die mit einer Mischung aus Vintage-Möbeln, Kunst und ungewöhnlicher Dekoration neues Leben bekamen. Die bekannteste ist das Szimpla Kert. Tagsüber lohnt sich ein Besuch, um die eigenwillige Einrichtung in Ruhe zu entdecken; abends verwandelt sich das Viertel in einen beliebten Treffpunkt für Nachtschwärmer. Die Gozsdu Passage (Gozsdu Udvar) verbindet mehrere Innenhöfe und Durchgänge im jüdischen Viertel von Erzsébetváros. Sie liegt zwischen der Király utca und der Dob utca und ist ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher.
Das New York Café gilt als eines der prunkvollsten Kaffeehäuser Budapests. Es eröffnete 1894 im New York-palotában, einem reich verzierten Gebäude im Stil der italienischen Renaissance. Vergoldungen, Marmorsäulen, Kristalllüster und Deckenmalereien verleihen dem Innenraum eine beinahe palastartige Atmosphäre.
Das Café war einst ein wichtiger Treffpunkt für Schriftsteller, Journalisten und Künstler. Heute kommen viele Besucher vor allem, um das historische Ambiente zu erleben – und natürlich Kaffee, Kuchen oder ungarische Spezialitäten zu probieren. Entsprechend beliebt ist es: Mit Wartezeiten und höheren Preisen als in gewöhnlichen Cafés sollte man rechnen.
Auch kulinarisch hat der 7. Bezirk viel zu bieten: Neben traditioneller ungarischer Küche gibt es internationale Restaurants, gemütliche Cafés und kleine Bäckereien. Rund um die Király utca, die Dob utca und die Klauzál tér wechseln sich historische Gebäude mit modernen Lokalen und kleinen Geschäften ab. Der Klauzál tér mit seiner Markthalle vermittelt dabei einen Eindruck vom alltäglichen Leben im Viertel.
Erzsébetváros ist ein Bezirk voller Gegensätze: geschichtsträchtig und modern, ruhig und quirlig, tagsüber kulturell interessant und nachts ausgesprochen lebhaft. Wer Budapest kennenlernen möchte, sollte sich Zeit für einen Spaziergang durch seine Straßen nehmen – und dabei ruhig auch einmal in einen der vielen Innenhöfe schauen.








































































